Seehunde im Kinderzimmer – Wie Ihr Eurem Kind bei einem Pseudokrupp-Anfall helfen könnt!

Ein trockener, bellender Husten tönt mitten in der Nacht aus dem Bett Eures Kindes. Es hört sich an, als ob eine Robbe bellt: laut, tief und hohl – von ganz unten aus dem Bauch raus. Beim einatmen pfeifft die Luft in der Kehle Eures Kindes. Kein Wunder, sie hat ja auch nur wenig Platz. Bei einem Pseudokrupp-Anfall schwellen die Schleimhäute in den Atemwegen an – und die Luftröhre ist bei kleinen Kindern ohnehin nur so dick wie etwa ein Kugelschreiber. Verständlicherweise haben die Kleinen oft auch Angst zu ersticken.

Jetzt nur keine Panik, rät Ersthelfer Janko von Ribbeck. Er war Rettungssanitäter, ist Vater von 4 Kindern, Autor des Buches „Schnelle Hilfe für Kinder“ und gibt Kurse in Erster Hilfe für Kinder und Babys in Berlin und München. Nach von Ribbecks Erfahrungen sind die meisten Pseudokrupp-Anfälle schnell wieder vorbei, wenn Ihr Euch an folgende Ratschläge haltet:

  • Euer Kind muss sich entspannen! Dabei helfen ihm Ruhe und das Gefühl, dass seine Eltern wissen was zu tun ist.
  • Zieht Euer Kind warm an oder wickelt es in eine Decke ein. Dann setzt Ihr Euch mit ihm ans offene Fenster oder macht einen kurzen Spaziergang. Die kalte Luft tut ihm gut und hilft beim Durchatmen.
  • Laßt Euch von Eurem Kinderarzt Kortisonzäpfchen oder Kortisonsaft verschreiben. Die Medikamente wirken abschwellend (allerdings erst nach 10 bis 30 Minuten).

Sollte nach etwa einer halben Stunde keine Besserung auftreten oder solltet Ihr Euch unsicher sein, dann ruft doch besser einen Arzt oder den Rettungsdienst!

Was Ihr bei einem Pseudokrupp-Anfall vor allem nicht tun solltet, ist feucht-warme Luft zu erzeugen (Badezimmer-Methode). Das wurde früher zwar oft empfohlen, machte die Situation aber meist nur schlimmer. Denkt an den Besuch im Tropenhaus – dort fällt das Atmen ja meist auch deutlich schwerer als an der normalen Luft!