Was Mütter brauchen? Einen dritten Arm!

Kürzlich hab ich gelesen: Babys seien Tragelinge und keine Liegelinge. Dem kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen! Liebe Babyboomer, verlaßt die kuschelige Couch und trainiert das einarmige Seltersflaschenaufschrauben, denn Ihr werdet schon bald nicht mehr in vollem Besitz Eurer zwei Arme sein. Einhändig manövrieren wir Mamis uns durch den Alltag, denn den anderen Arm hält ihre Majestät, der Säugling, eisern besetzt. Und wagt es ja nicht die kindliche Fracht ablegen zu wollen. Schon bei einer Rückenschräglage von 75 Grad setzt quengelndes Gejammer ein, das sich in Abhängigkeit zum Neigungswinkel steigert. Aus der Horizontalen schließlich schallt uns dann ein derart ohrenbetäubend-herzzerreissendes Gebrüll entgegen, dass schwups der kleine Quäker wieder hochgenommen wird. Natürlich kehrt augenblicklich Ruhe ein, das hilft der gestressten Mutti aber wenig, denn sie ist wiederum zur Einarmigkeit verdammt.

Bedauernswert anzuschauen vor allem jene Frauen, die noch ein weiteres Kleinkind mit sich führen. Ihr alle habt sie schon gesehen: den Säugling auf besagtem Arm, das andere Kind auf den schmalen Schultern schleppen sie den mit Buddelspielzeug, Windeltasche und Laufrad beladenen Kinderwagen die Stufen der U-Bahn hoch. Vergleichbares leistet nur die Ameise, allenfalls noch ein Packesel und die haben beide ihre jeweiligen Extremitäten frei und sind daher deutlich weniger gehandicapt.

Wir Homo Sapiens Frauen sind von der Natur einfach denkbar schlecht für den Transport unseres Nachwuchses ausgestattet. Die Känguru-Mutter beispielsweise unterliegt nicht derartigen Bewegungseinschränkungen, wenn sie durch das australische Outback hopst. Krokodile schleppen ihre Brut im Maul mit sich herum. Ja und die meisten übrigen müssen sich überhaupt nicht mit ihrer Nachkommenschaft herumplagen, denn die kreucht und fleucht ohne Muttis tatkräftige Unterstützung durch die Lande und zwar von Geburt an. Wir dagegen können nur neidisch auf unsere nächsten Verwandten die Affen starren, da hängt sich das Kleine ohne viel Gemucker ins mütterliche Fell ein während sich die Erzeugerin durch die Bäume schwingt. Da hat die Evolution uns Töchter Evas meiner Meinung nach einfach fies ausgebootet. Natürlich, auf so einen Ganzkörperpelz bin ich nicht wirklich neidisch. Aber so ein apartes Tragefellchen auf der Schulter worin sich der greinende Säugling festklammern kann, warum nicht? Die Herren der Schöpfung sollte das am allerwenigsten wenig stören, leuchtet uns doch gerade zur Sommerzeit so mancher mehr oder weniger formschöne Silberrücken entgegen. Und welche von Euch sich wirklich gar nicht mit einem Pelz anfreunden kann, der sei versichert: rasieren funktioniert immerhin auch einhändig!