Dinge, die ich über die Geburt gern vorher gewusst hätte…

Die Geburt – gerade für Frauen die ihr erstes Kind bekommen, ist das ein unglaublich schwammiger Begriff. Natürlich weiß jeder aufgeklärte Mensch was dabei passiert, dafür gibt es ja den Bio-Unterricht in der Schule. Aber gleichzeitig weiß man es auch wieder nicht, der ganze Vorgang ist irgendwie total nebulös und schwer greifbar. Manche Gerüchte stimmen, manche nicht. Und selbst Fragen helfen manchmal nicht weiter, denn auf vieles kommt man als Erstgebärende gar nicht. Geht es Dir genauso? Dann wird Dich sicher interessieren, was die Mamis aus dem Bekanntenkreis von schwangerinmeinerstadt.de dazu gesagt haben. Wir haben sie gefragt, was sie bei der Geburt am meisten gefreut, überrascht oder geärgert hat und was sie davon gern vorher gewusst hätten. Aber bitte behalte im Kopf: nicht alles tritt bei jeder Gebärenden auf – jede Geburt ist anders, auch Deine wurd es sein! Weiterlesen

Die ersten unvergesslichen Weihnachten mit Kind Oder Alle Jahre – nie wieder?

SIMS_xmas_FBDer Trubel zum Fest der Liebe war Euch bisher schon etwas viel?
Dann macht Euch auf was gefasst, Weihnachten mit Baby wird noch viel gigantischer – emotional, materiell und logistisch. Ein besinnliches Beisammensein jedenfalls ist etwas deutlich anderes. Bei meinem Erstgeborenen habe ich die Weihnachtsgans verpasst, weil Junior selbst gerade ein Hüngerchen hatte und gestillt werden wollte. Weiterlesen

„Und die Brust muss doch zum Baby“ oder „Der ganz normale Stillwahnsinn“

Stillen oder nicht stillen – ist hier nicht die Frage. Das muss jede für sich entscheiden. Aber wenn Du stillen möchtest, solltest Du Dich auf einiges gefasst machen: frei nach dem Motto „stillst Du noch oder lebst Du schon“ verbietet sich beispielsweise während der Stillzeit der Konsum vieler Leckereien, die auch schon während der Schwangerschaft verboten waren und zwingen Dich zur Enthaltsamkeit. Sex, Drugs & Rock’nRoll – die beiden Zutaten dieses Lebenselexiers, die wirklich helfen würden den unweigerlich einsetzenden Babyblues zu lindern, sind verboten und auf die dritte hat jede frisch gebackene Mutter etwa soviel Lust wie auf eine Tasse abgestandenen Stilltees.

Dein Busen wird auf das Dreifache des üblichen anschwellen, was von Deinem Mann bewundernd zur Kenntnis genommen wird, ihm allerdings auch nichts nützt, da er da sowieso erstmal nicht ran darf. Wundgelutscht und eingepökelt in Weisskohl und ummantelt mit Quarkwickeln zählt die Brust während der Stillzeit für Dich ohnehin nicht zu den erogenen Zonen Deines Körpers, sondern übernimmt eher die Funktion eines Salzlecksteins. Trotzdem wirst Du während der ersten Nächte sogar freiwillig versuchen Dein Baby zum trinken zu animieren, weil Du befürchtest, dass dein Busen platzen könnte.

Schlimmer noch die technischen Hilfsmittel, die dem natürlichen Stillvorgang jegliche Würde nehmen. Da werden eigenartige Hütchen auf die Brustwarzen geklebt um dem Baby das trinken zu erleichtern und nach dem Trinkvorgang hygienebindenähnliche Wattepads vor die Zitze geklebt – als Auslaufschutz sozusagen. Ganz fies: die Milchpumpe. Ich hab auf der Geburtsstation eines Krankenhauses erlebt, wie bei einer Frau, bei der das stillen nicht so klappte, eine Milchpumpe installiert wurde. Ich sage bewußt installiert, denn irgendwie erinnerte mich das Ganze doch stark an eine Melkstation im Kuhstall. Die Dame wurde mit weit geöffnetem Hemd barbusig auf einen Stuhl mitten ins Zimmer gesetzt, an jedem Mops eine Tüte mit einem Saugschlauch dran und dann ging – Humpa, Humpa – das Gedröhn der Maschine los. In einem durchsichtigen Behälter wurde die Milch gesammelt, vermutlich damit jeder die Leistungsfähigkeit der Frau mit einem Blick erfassen konnte. Und die Schwester verließ den Raum. Und meine Bettnachbarin saß da. Blos gestellt im wahrsten Sinne des Wortes.

Dein eigentlich positives Verhältnis zu Hebammen wird auf eine harte Probe gestellt. Statt Dir sinnvolle Ernährungstipps zu geben um die leidigen schwangerschaftspfunde purzeln zu lassen empfehlen Sie Dir bei Stillproblemen beispielsweise Dickmacher wie Malzbier.  Auch verfügen diese Frauen über Geheimrezepte für hochkalorige Stillkekse, mit denen Radprofi Lance Armstrong ein Doping bei der Tour de France gar nicht nötig gehabt hätte. Mit Argusaugen überwachen sie die Wöchnerin, ihren Augen entgeht nichts und Deine Stilltechnik wird von ihnen unbarmherzig be- und meist verurteilt. In einem wüsten Schwall von Anweisungen demonstrieren sie Dir alle möglichen Stillpositionen die Du einnehmen kannst: Baby an der Seite mit dem Kopf nach vorn, Baby aufrecht sitzend oder liegend vor dem Oberkörper, Baby mit dem Kopf zur Brust über die Schulter drapiert, mit der Brust halb über dem Baby hängend, kurz: Stillpositionen im stehen, sitzen, liegen und vermutlich auch für Gondelfahrer und Tiefseetaucher. Eigentlich hattest Du angenommen beim stillen ginge es darum ein Baby zu verköstigen? Nun weißt Du es besser. Extremstilling ist hier mal das Stichwort.

Auch die mit der Mutterschaft plötzlich einsetzenden exhibitionistischen Neigungen ursprünglich sittsamer Stillmütter muten seltsam an. Eine meiner Freundinnen konstatierte angesichts eines unbeabsichtigten Busenblitzers neulich lakonisch : „Das hat eh schon jeder gesehen“ und schob den Flüchtling ohne rot zu werden wieder ins Kleid zurück. Noch absonderlicher reagieren allerdings die Männer – und damit meine ich nicht die Ehemänner sondern die anderen. Freunde und Verwandte, die mit betont gleichmütiger Miene und starr geradeaus gerichtetem Blick so tun als ob es völlig normal wäre wenn eine Frau plötzlich am Esstisch blank zieht. Ob die Reaktionen der Tischgesellschaft ähnlich unbeteiligt ausfielen, wenn ein Mann plötzlich aufstünde und die Hosen runterließe?

Achja, da könnte man sich das Stillen beinahe abgewöhnen, gäbe es nicht doch diese kleinen Momente des absoluten Glücks: in den Anblick Deines Kindes versunken sitzt Du da und staunst jedes Mal über das neue Leben in Deinen Armen. Du ziehst mit den Fingern die glatten Konturen der kleinen Nase und der kaum sichtbaren Brauen nach, entzückst Dich über die feinen Wimpern Deines Kindes und streichelst über den pusteblumigen Haarflaum während das Baby entspannt an Deiner Brust saugt und wohlig-zufrieden vor sich hin schmatzt, mit sich und der Welt im Reinen.

Lass das Leben und den Wahnsinn ruhig um Dich toben, wichtig sind nur Du und Dein Baby – zusammen in vollkommener Harmonie. Genau deshalb bin ich Still-Mama.

Was Mütter brauchen? Einen dritten Arm!

Kürzlich hab ich gelesen: Babys seien Tragelinge und keine Liegelinge. Dem kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen! Liebe Babyboomer, verlaßt die kuschelige Couch und trainiert das einarmige Seltersflaschenaufschrauben, denn Ihr werdet schon bald nicht mehr in vollem Besitz Eurer zwei Arme sein. Einhändig manövrieren wir Mamis uns durch den Alltag, denn den anderen Arm hält ihre Majestät, der Säugling, eisern besetzt. Und wagt es ja nicht die kindliche Fracht ablegen zu wollen. Schon bei einer Rückenschräglage von 75 Grad setzt quengelndes Gejammer ein, das sich in Abhängigkeit zum Neigungswinkel steigert. Aus der Horizontalen schließlich schallt uns dann ein derart ohrenbetäubend-herzzerreissendes Gebrüll entgegen, dass schwups der kleine Quäker wieder hochgenommen wird. Natürlich kehrt augenblicklich Ruhe ein, das hilft der gestressten Mutti aber wenig, denn sie ist wiederum zur Einarmigkeit verdammt.

Bedauernswert anzuschauen vor allem jene Frauen, die noch ein weiteres Kleinkind mit sich führen. Ihr alle habt sie schon gesehen: den Säugling auf besagtem Arm, das andere Kind auf den schmalen Schultern schleppen sie den mit Buddelspielzeug, Windeltasche und Laufrad beladenen Kinderwagen die Stufen der U-Bahn hoch. Vergleichbares leistet nur die Ameise, allenfalls noch ein Packesel und die haben beide ihre jeweiligen Extremitäten frei und sind daher deutlich weniger gehandicapt.

Wir Homo Sapiens Frauen sind von der Natur einfach denkbar schlecht für den Transport unseres Nachwuchses ausgestattet. Die Känguru-Mutter beispielsweise unterliegt nicht derartigen Bewegungseinschränkungen, wenn sie durch das australische Outback hopst. Krokodile schleppen ihre Brut im Maul mit sich herum. Ja und die meisten übrigen müssen sich überhaupt nicht mit ihrer Nachkommenschaft herumplagen, denn die kreucht und fleucht ohne Muttis tatkräftige Unterstützung durch die Lande und zwar von Geburt an. Wir dagegen können nur neidisch auf unsere nächsten Verwandten die Affen starren, da hängt sich das Kleine ohne viel Gemucker ins mütterliche Fell ein während sich die Erzeugerin durch die Bäume schwingt. Da hat die Evolution uns Töchter Evas meiner Meinung nach einfach fies ausgebootet. Natürlich, auf so einen Ganzkörperpelz bin ich nicht wirklich neidisch. Aber so ein apartes Tragefellchen auf der Schulter worin sich der greinende Säugling festklammern kann, warum nicht? Die Herren der Schöpfung sollte das am allerwenigsten wenig stören, leuchtet uns doch gerade zur Sommerzeit so mancher mehr oder weniger formschöne Silberrücken entgegen. Und welche von Euch sich wirklich gar nicht mit einem Pelz anfreunden kann, der sei versichert: rasieren funktioniert immerhin auch einhändig!